Stromverbrauch in einem Einfamilienhaus mit Wärmepumpe

Stromverbrauch in einem Einfamilienhaus mit Wärmepumpe

Der Energieverbrauch eines Einfamilienhauses wird heutzutage maßgeblich von der Art der Heizung bestimmt. Gerade Wärmepumpen gelten hier oft als besonders effizient. Doch wie viel Strom benötigt eine Wärmepumpe tatsächlich und welche Faktoren beeinflussen den Verbrauch? Dieser Artikel gibt einen realistischen Überblick über den Strombedarf im Einfamilienhaus mit einer solchen Heizungsanlage.

Der Energieverbrauch eines Einfamilienhauses wird heutzutage maßgeblich von der Art der Heizung bestimmt. Gerade Wärmepumpen gelten hier oft als besonders effizient. Doch wie viel Strom benötigt eine Wärmepumpe tatsächlich und welche Faktoren beeinflussen den Verbrauch? Dieser Artikel gibt einen realistischen Überblick über den Strombedarf im Einfamilienhaus mit einer solchen Heizungsanlage.

Der klassische erste Ansatz ist, den Energieverbrauch einer Wärmepumpe direkt mit dem einer Gas- oder Ölheizung zu vergleichen. Dies führt allerdings oft zu falschen Vorstellungen, da der Strombedarf für verschiedene Nutzungsprofile und bauphysikalische Gebäudedaten unterschiedlich ausfällt. Generell gilt: Je besser das Haus gedämmt ist und je effizienter die übrigen Verbraucher im Haushalt sind, desto geringer fällt der reale Stromverbrauch einer Wärmepumpe aus.

Der durchschnittliche Jahresverbrauch einer Luft-Wärmepumpe zur Heizung eines gut gedämmten Einfamilienhauses (Energieeffizienzstandard KfW 40) mit vier Personen liegt laut verschiedenen Studien zwischen 3500 und 5000 kWh pro Jahr

Zum Vergleich: Ein äquivalent großer Neubau mit Gaszentralheizung kommt auf rund 12.000 bis 15.000 kWh. Allerdings ist bei der Wärmepumpe der gesamte Energiebedarf – also auch für Warmwasser und Stromverbrauch – enthalten, während für die Gasheizung nur der reine Heizenergiebedarf angegeben ist.

Welche Aspekte bestimmen den Stromverbrauch einer Wärmepumpe?

Entscheidend für den tatsächlichen Stromverbrauch einer Wärmepumpe sind mehrere Faktoren:

Dämmstandard des Hauses: Je schlechter isoliert, desto mehr Strom muss die Wärmepumpe aufwenden, um die Räume zu beheizen. Der Sprung vom Energiestandard KfW 70 auf KfW 40 reduziert den Verbrauch bereits um ca. 10-15%.

Größe des Hauses: Ein 150 qm großes Einfamilienhaus verbraucht üblicherweise etwa 15-20% mehr Strom als ein 110 qm Haus.

Anzahl der Personen: Mehr Bewohner bedeuten mehr warmes Wasser und eine höhere Raumtemperatur – was sich ebenfalls auf den Verbrauch auswirkt.

Außentemperatur: Je kälter es draußen ist, desto mehr Leistung muss die Wärmepumpe erbringen. Die Heizperiode von November bis März entscheidet maßgeblich über den Jahresverbrauch.

Effizienz der Wärmepumpe: Moderne Anlagen mit hohem SCOP-Wert zwischen 3,5 und 5,5 arbeiten wesentlich sparsamer als ältere Modelle mit Werten um 3.

Einfamilienhaus mit Wärmepumpe - Beispielrechnung für den Strombedarf

Anhand dieser Parameter lässt sich der individuelle Strombedarf nun wesentlich genauer abschätzen. Ein praktisches Beispiel:

Für ein gut isoliertes Einfamilienhaus (KfW 40) mit 110 qm in Süddeutschland, beheizt durch eine hocheffiziente Luft-Wärmepumpe (SCOP 4,5) für eine vierköpfige Familie, ergibt sich folgender jährlicher Stromverbrauch:

 

Heizlast: 10.000 kWh (angepasst an Dämmstandard und Lage)

Warmwasser: 1.500 kWh

Strom für Hausgeräte: 3.000 kWh

Gesamtverbrauch: 10.000 kWh (Heizung) + 1.500 kWh (WW) + 3.000 kWh (Geräte) 
14.500 kWh

 

Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 30 Cent pro kWh entstehen damit Stromkosten von rund 4.350 Euro im Jahr. Angesichts der zahlreichen Einsparmöglichkeiten und Förderprogramme für effiziente Haustechnik ist diese Investition in eine moderne Wärmepumpe damit über die Jahre betrachtet durchaus rentabel.

Fazit - Stromverbrauch in einem Einfamilienhaus mit Wärmepumpe

Zusammengefasst zeigt sich, dass der Strombedarf einer Wärmepumpe stark von individuellen Rahmenbedingungen abhängt. Mit dem richtigen Gebäudestandard, einer hocheffizienten Anlage und energiesparenden Haushaltsgeräten können es durchaus unter 5.000 kWh pro Jahr sein. Regelmäßige Wartung sichert zudem einen emissionsarmen Betrieb über die gesamte Lebensdauer.

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